Wie sich das “Google Venice Update” auf die Suchmaschinenoptimierung auswirkt und welche Folgen dies für die SEO hat
Und wieder ist es soweit. Google ändert nach den Updates “Panda”, “Freshness” und “Penguin” mit “Venice” zum vierten Mal innerhalb von knapp anderthalb Jahren die Spielregeln für das PageRanking grundlegend. Dabei dürfte das aktuelle Update die weitreichendsten Konsequenzen für User wie für Website-Betreiber und natürlich auch für die SEO Branche haben. Der Clou am Google Venice Update besteht darin, dass von nun an, neben inhaltlichen Präferenzen, wesentlich der Standort eines Rechners über das Ranking einer Website entscheidet.
Google Venice Update macht Ergebnis-Rankings lokal
Wie muss man sich das vorstellen? Bisher war es so, dass SEO Experten darauf setzten, durch eine Optimierung der Inhalte einer Website ein höheres Ergebnis-Ranking bei Google zu erreichen. Das wurde als Suchmaschinenoptimierung verstanden. Schon seit einigen Jahren allerdings investiert Google erhöhte Anstrengungen darin, den Standort seiner Benutzer zu erfassen. Mit dem Google Venice Update gehen diese Daten massiv in das PageRanking ein. Das heißt ganz einfach, dass ein User, der beispielsweise in Hamburg sitzt und früher nach einem Lieferservice für Pizzas gesucht hat, möglicherweise in den oberen Rängen auf einen Pizzaservice in München gestoßen ist, dessen Besitzer vielleicht ursprünglich aus Hamburg stammte. Um einen lokale Anbieter zu finden war also entweder eine sehr präzise Stichwortauswahl nötig oder eine Suche mindestens in den ersten fünf Seiten der Google-Ergebnisse. Mit dem Google Venice Update ändert sich die Situation. Nun bekommt der gleiche Anwender favorisiert Ergebnisse aus seiner Umgebung. Was bei der Auswahl eines Pizzadienstes vorteilhaft sein kann, birgt in anderen Bereichen jedoch Probleme in sich. Stellen wir uns nun vor, jemand in Köln will Informationen zu einem speziellen Thema recherchieren. Hier ist es geradezu erfolgsentscheidend, die besten Quellen ungeachtet des Standortes in Erfahrung zu bringen. Diesem Anwender erschwert das Google Venice Update die Suche. In der Konsequenz heißt das, dass jeder Computer von nun an standort- und inhaltsabhängig andere Ergebnis-Rankings erhält. Wie soll eine Suchmaschinenoptimierung so noch möglich sein?
Herausforderung für Suchmaschinenoptimierung
SEO, so wie Suchmaschinenoptimierung bisher betrieben wurde, wird nach dem Google Venice Update umdenken müssen. Denn, was für den User gilt, gilt auch für Anbieter von Web-Inhalten. Ein Website-Betreiber kann sich in Zukunft nicht mehr auf das Ranking, das auf seinem Computer angezeigt wird, verlassen. Auch diese Ergebnisse sind abhängig von seinem Standort und dem, welche Inhalte er bisher auf seinem Computer gesucht und aufgerufen hat. Das dürfte dazu führen, dass sich Anbieter von Internet-Inhalten trügerischerweise immer in einem oberen Ranking sehen. Auf einem Rechner in einer anderen Stadt oder gar in einem anderen Land sieht das dann schon ganz anders aus. Selbst ein Computer im Nachbarhaus, dessen Besitzer ein anderes Suchverhalten aufweist, wird unterschiedliche Ergebnisse erhalten. Will das Google Venice Update aus dem World Wide Web ein Local Wide Web machen?
SEO wird anspruchsvoller
Diese Frage kann mit Bestimmtheit verneint werden. Die Ansprüche an SEO werden einfach nur höher. Denn weiterhin gilt auch, dass Einzigartigkeit und Qualität von Web-Inhalten zu einer Suchmaschinenoptimierung führen. Die Orientierung mit Priorität auf lokale Inhalte und dem Suchverhalten des Benutzers führt vielmehr dazu, das Black Hat SEO, die SEO missbraucht, um beispielsweise durch virtuelle Netzwerke und der Vorgaukelung eines massiven Traffics, in ein höheres Ranking zu kommen, mit ihrer erschwindelten Relevanz von Stichwörtern geringere Chancen haben wird. Eine weitere Folge dürfte sein, dass Anwender, um an überregional relevante Inhalte zu gelangen, auch hintere Google-Ergebnisse stärker würdigen werden. Auch dies spricht für eine Qualitätsaufwertung von Suchmaschinenoptimierung, da, nach der lokalen Relevanz, die Exklusivität und Hochwertigkeit von Inhalten das Ranking bestimmt.
Standortsimulation hilft nur bedingt bei der Suchmaschinenoptimierung
Schließlich gibt es noch Vorschläge um die lokale Relevanz einer Suchmaschinenoptimierung zu testen. Dazu muss auf der linken Seite im Google-Fenster einfach unter dem Eintrag “In der Nähe von …” ein gewünschter Standort eingetragen werden. Schon werden andere Ergebnisse angezeigt. Um das Userverhalten im Ergebnis-Ranking zu eliminieren, ist es erforderlich, einen jungfräulichen Browser, am besten mit einem unbenutzten Linux-System per USB-Stick, einzusetzen. Das allerdings führt nur zu einem Ergebnis, das relevant ist für User, die ein ebenso jungfräuliches System verwenden. Wie auch immer man es dreht und wendet, durch das Google Venice Update werden SEO und Suchmaschinenoptimierung anspruchsvoller und interessanter.
Was halten Sie vom “Google Venice Update” welches nun lokale Suchergebnisse bevorzugt?
Sehen Sie darin eher Chancen oder Probleme für sich oder Ihre Kunden?
Schreiben Sie mir Ihre Meinung und Erwartungen als Kommentar unter diesem Video.
Manuel Hack
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1 Kommentar
Bauch abnehmen
27. Juni 2012 von 11:09 (UTC 2) Link zu diesem Kommentar
Hi,
das ist nicht so schlimm, wenn die Einnahmen weiter sprudeln. Wenn es aber nicht mehr läuft, kann man nicht so leicht kontrollieren, wie man sein Ranking verbessern kann. Jeder PC kann ja praktisch ein anderes Ergebnis anzeigen.
Das stelle ich mir schon sehr schwierig vor.
Gruß
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